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descriptionFrau fasst sich an den Hals.
Chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen kennzeichnen das Fibromyalgiesyndrom. Zur Entstehung der Krankheit gibt es bisher nur Theorien.
descriptionFrau liegt im Bett und hält einen Wecker.
Das Fibromyalgiesyndrom kann neben Schmerzen auch andere Symptome wie Schlafstörungen auslösen. Das macht die Diagnostik schwierig.
descriptionRadfahrer
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad des Fibromyalgiesyndroms. Bei leichten Formen ist regelmäßige Bewegung oft schon ausreichend.
descriptionTabletten fallen aus der Dose.
Multimodale Therapien, Psychotherapie und Medikamente: Bei schweren Formen der Fibromyalgie sind meist weitere therapeutische Maßnahmen nötig.
descriptionFrau macht Wäsche.
Das Fibromyalgiesyndrom ist nicht heilbar. Deshalb müssen die Betroffenen lernen, im Alltag so gut wie möglich mit ihrer Erkrankung zu leben.
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Fibromyalgiesyndrom: Chronische Schmerzen mit unbekannter Ursache

Das Fibromyalgiesyndrom, häufig auch kurz Fibromyalgie genannt, ist eine chronische Schmerzkrankheit, von der vor allem Frauen betroffen sind. Welche Ursachen der Erkrankung zugrunde liegen, konnte bis heute nicht geklärt werden.

Im Überblick



Was ist das Fibromyalgiesyndrom?

Beim Fibromyalgiesyndrom (FMS) handelt es sich um eine chronisch verlaufende, nicht entzündliche Schmerzerkrankung. Die Schmerzen betreffen mehrere Körperregionen mit wechselnder Lokalisation. Hinzu kommen ein Druckschmerz bestimmter Druckpunkte sowie verschiedene Begleitsymptome wie beispielsweise Schlafstörungen, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen.

Fibromyalgie bedeutet wörtlich übersetzt Faser-Muskel-Schmerz. Medizinisch wird meist vom Fibromyalgiesyndrom gesprochen. Gelegentlich wird das Fibromyalgiesyndrom auch als generalisierter Weichteilrheumatismus bezeichnet. Das ist jedoch irreführend und kann zu Fehldiagnosen und falschen Behandlungen führen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt das Fibromyalgiesyndrom im Kapitel Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems unter „Sonstige Krankheiten des Weichteilgewebes, andernorts nicht klassifiziert“ und schließt Rheumatismus eindeutig aus.

Die oftmals pauschal aufgestellte Behauptung, beim Fibromyalgiesyndrom handele es sich um eine psychiatrische beziehungsweise psychosomatische Krankheit, ist so nicht ganz richtig. Es stimmt jedoch, dass bei Menschen mit dem Fibromyalgiesyndrom häufig auch seelische Störungen vorliegen und sich die Beschwerden oft im Zusammenhang mit anhaltendem Stress entwickeln. Das Syndrom wird deshalb teilweise auch zu den „anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen“ gezählt. Von einer somatoformen Störung spricht man dann, wenn Beschwerden über einen längeren Zeitraum (mindestens drei Monate) anhalten und den Alltag stark beeinträchtigen, ohne dass eine körperliche Ursache dafür gefunden werden kann.

In den westlichen Industrieländern leiden etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung unter dem Fibromyalgiesyndrom. Frauen sind weit häufiger betroffen als Männer. Sie machen bis zu 90 Prozent der Erkrankten aus. Meist tritt die Krankheit im mittleren Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf. Sie kann jedoch auch jüngere Frauen, Männer sowie Kinder und Jugendliche treffen.
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Mögliche Ursachen für das Fibromyalgiesyndrom

Welche Faktoren das Fibromyalgiesyndrom verursachen, ist bis heute ungeklärt. Es gibt jedoch einige Theorien zur Entstehung des FMS. Wahrscheinlich ist, dass nicht eine dieser Annahmen alleine zutrifft, sondern dass eine Kombination aus Veranlagung mit biologischen, psychischen und sozialen Faktoren Reaktionen im Körper auslösen, die zu den Beschwerden führen. Bei einigen der Theorien ist zudem nicht klar, ob sie Ursache oder Folge des Fibromyalgiesyndroms sind.

Lebensgeschichte
Einige Faktoren aus der Lebensgeschichte des Betroffenen werden mit der Entstehung des Fibromyalgiesyndroms in Verbindung gebracht. Beispielsweise scheinen Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel Risikofaktoren für das FMS zu sein. Auch psychische Faktoren wie Stress am Arbeitsplatz, körperliche Misshandlungen und sexueller Missbrauch scheinen die Erkrankung zu begünstigen.
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Genetische Veranlagung
Es liegt nahe, dass die genetische Veranlagung eine Rolle bei der Entstehung des Fibromyalgiesyndroms spielt. Denn in Studien konnte gezeigt werden, dass die Erkrankung in Familien gehäuft auftritt.

Veränderungen bei Neurotransmittern
Es konnte auch nachgewiesen werden, dass bei Menschen mit dem Fibromyalgiesyndrom einige Neurotransmitter (Botenstoffe des Nervensystems) in veränderter Konzentration vorliegen. Beispielsweise wurden erhöhte Werte für die Substanz P gefunden, die Schmerzen verstärkt, und niedrigere Werte für Serotonin, das schmerzhemmend wirkt. Diese Veränderungen erklären eine veränderte Schmerzverarbeitung und eine niedrigere Schmerzschwelle. Sie treten jedoch teilweise auch bei anderen chronischen Schmerzerkrankungen auf.

Störungen der Schmerzverarbeitung

Menschen mit Fibromyalgie haben nachgewiesen eine niedrigere Schmerzschwelle. Das kann mit einer Störung der Schmerzverarbeitung im Gehirn zusammenhängen. Schmerzen können zu strukturellen Veränderungen im Gehirn führen. Das heißt, das Gehirn erlernt die Schmerzen in gewissem Maße und reagiert später sensibler. Es gibt viele weitere Faktoren, die mit der Entstehung des Fibromyalgiesyndroms in Verbindung gebracht werden. Dazu zählen unter anderem: hormonelle Veränderungen, eine Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse, Veränderungen des Immunsystems, Vitamin-D-Mangel, Infektionskrankheiten und Unfälle.
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Verlauf des Fibromyalgiesyndroms

Das Fibromyalgiesyndrom beginnt meist schleichend. Die Betroffenen haben zunächst Schmerzen in einem bestimmten Bereich ihres Körpers. Später dehnen sich die Beschwerden auf den gesamten Bewegungsapparat aus. Die Erkrankung verläuft chronisch und besteht im weiteren Leben fort. Viele Betroffene lernen jedoch, mit ihren Beschwerden umzugehen.

Die Schmerzen beim Fibromyalgiesyndrom können quälend sein, sie führen jedoch nicht zu Veränderungen am Körper. Das heißt, Muskeln und Gelenke nehmen keinen Schaden, es ist nicht damit zu rechnen, dass die Lebenserwartung eingeschränkt ist.

Wie bei vielen anderen Krankheiten, kann auch das Fibromyalgiesyndrom in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt werden. Eine allgemeingültige Einteilung und genaue Grenzen gibt es jedoch nicht. Meist unterscheidet man zwischen einem eher leichten Verlauf, bei dem neben den chronischen Schmerzen nur wenige oder keine weiteren Beschwerden auftreten und der Alltag nicht oder nur leicht eingeschränkt ist, und einem schweren Verlauf. Bei der schweren Form treten zahlreiche Begleitsymptome auf, die den Betroffenen deutlich einschränken.
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Gruppe von Frauen
© Thinkstock
Frauen betroffen: Das Fibromyalgiesyndrom ist eine Erkrankung des weiblichen Geschlechts. Bis zu 90 Prozent der Betroffenen sind Frauen.
Gestresste Frau lehnt sich an Whiteboard an.
© Thinkstock
Entstehung des Fibromyalgiesyndroms: Zu den möglichen Ursachen für das Fibromyalgiesyndrom zählen unter anderem auch psychische Faktoren wie beispielsweise Stress am Arbeitsplatz.
Frau fasst sich an den Nacken.
© Thinkstock
Schleichender Verlauf: Das Fibromyalgiesyndrom beginnt meist mit Schmerzen an einer bestimmten Körperstelle – beispielsweise im Nacken. Später breiten sich die Beschwerden auf den gesamten Bewegungsapparat aus.