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descriptionFrau mit Wärmflasche
Die Magenschleimhaut kann sich akut oder chronisch entzünden. An der chronischen Form ist oft der Magenkeim Helicobacter pylori schuld.
descriptionFrau mit Bauchschmerzen
Übelkeit und Schmerzen sind die typischen Anzeichen einer Gastritis. Die genauen Ursachen der Entzündung deckt der Arzt mit einer Magenspiegelung auf.
descriptionSalz- und Pfefferstreuer
Diät, Verödung oder Medikamente – ja nach Form der Gastritis greifen andere Therapien. Diszipliniert durchgeführt, sind sie meistens sehr erfolgreich.
descriptionSpritze
Experten suchen nach einem Impfstoff gegen Helicobacter pylori, um den Magenkrebs zu besiegen. Das Problem: andere Krankheiten könnten zunehmen.
descriptionHühnerbrühe
Gönnen Sie Ihrem Magen bei einer Entzündung eine Pause – mit Diät, etwas Schonkost und weniger Stress. Denn Gastritis kann auch Nervensache sein.
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Gezielter Blick in den Magen

Die Symptome bei einer akuten Gastritis sind heftig: Übelkeit und Erbrechen. Die chronische Form äußert sich dagegen oft nur durch leichtes Magendrücken. Mit einer Magenspiegelung stellt der Arzt die Diagnose. Dabei kann er Gewebe entnehmen, das im Labor Aufschluss über die Ursache der Beschwerden gibt.

Im Überblick



Vorübergehende Gastritis durch Keime

Von einer akuten Gastritis spricht der Mediziner dann, wenn die Magenschleimhaut nachweislich entzündlich verändert ist. Akute Magenschleimhautentzündungen kommen als Begleitreaktion bei Brech-Durchfall-Erkrankungen (Gastroenteritis) häufig vor und klingen meist von allein wieder ab. Zu den häufigsten Erregern einer Gastroenteritis, die zum Beispiel häufig auf Reisen in andere klimatische Regionen auftritt, zählen Bakterien wie Escherichia coli, Staphylokokken, Salmonellen, Campylobacter, Shigellen und Yersinien. Auch hierzulande tritt die sogenannte Magen-Darm-Grippe häufig auf, meist liegen die Erkrankungsgipfel in den Frühjahrs- und Herbst/Wintermonaten. Erreger dieser Infektionen sind oft Viren wie das Noro- oder Rotavirus. Obwohl Übelkeit und Erbrechen bei einer Magen-Darm-Grippe zu den Leitsymptomen gehören, ist der Magen meist nur gering betroffen, die Schleimhaut oft unversehrt. Eine spezielle Diagnostik ist bei einem unkomplizierten Magen-Darm-Infekt nicht nötig, die Beschwerden verschwinden in der Regel von allein.
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Auch Alkohol greift die Schleimhaut an

Normalerweise bildet die Magensäure im Zusammenspiel mit einem gut funktionierenden Immunsystem einen sicheren Schutz vor einer Entzündung der Magenschleimhaut. Wenn jedoch das Abwehrsystem durch Krankheiten einen schweren Kreislauf-Schock, eine schwere Verletzung oder eine Operation geschwächt ist, haben Bakterien, aber auch Viren wie das Herpes-simplex- oder das Zytomegalievirus leichtes Spiel. Eine akute Gastritis kann auch durch die Einnahme von kortisonfreien Entzündungshemmern (NSAR) oder exzessiven Alkoholkonsum verursacht werden. Manchmal ist die Magenschleimhaut nicht nur von Entzündungszellen besiedelt, sondern weist Schäden (Erosionen) auf, aus denen es selten auch bluten kann.
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Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind typisch

Typische Beschwerden einer akuten Gastritis sind Schmerzen in der Magengegend, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Ist die Schleimhaut zerstört und blutet es aus kleinen Gefäßen, so erbricht der Betroffene Blut, das wegen seines Kontakts zur Salzsäure des Magens fast schwarz aussieht („kaffeesatzartig“). Wenn das Erbrechen bei einer erosiven Gastritis ausbleibt, kann ein schwarzer, glänzender Stuhl („Teerstuhl“) ein Hinweis auf eine Magenschleimhautschädigung sein. Meist sind diese Beschwerden aber nicht die Folge einer Magenschleimhautentzündung, vielmehr sind sie typisch für ein Geschwür des Magens oder des Zwölffingerdarms.
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Chronische Entzündung bleibt oft lange unbemerkt

Während eine akute Magenschleimhautentzündung oft recht unangenehme Beschwerden verursacht, kann eine chronische Gastritis lange unbemerkt bleiben. Schmerzen in der Magengegend treten nur selten auf, manchmal weisen Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen oder Durchfall den Weg. Sie treten aber nicht nur bei Magenschleimhautentzündungen auf, sondern können auch Ausdruck einer anderen Erkrankung wie einer chronischen Darmentzündung, einer Dyspepsie oder eines Reizdarms sein.
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Magenspiegelung mit dem Gastroskop

Besteht der Verdacht auf eine akute Magenschleimhautentzündung, so wird der Arzt bei einem unkomplizierten Verlauf keine weitere Diagnostik veranlassen. Bei einer Entzündung im Rahmen eines Magen-Darm-Infekts vergehen die typischen Beschwerden in der Regel nach wenigen Tagen von allein. Anders ist es bei Entzündungen, die etwa durch die Einnahme von NSAR oder durch starken Alkoholkonsum verursacht werden. Hier hat die Schleimhaut des Magens oft stärkeren Schaden genommen und es kommt manchmal sogar zu Blutungen. In diesem Fall wird – wie auch bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden – der Arzt eine Gastroskopie, eine Magenspiegelung, durchführen. Dazu wird ein beweglicher, mit Kunststoff überzogener Schlauch durch den Mund und die Speiseröhre bis in den Magen eingeführt. Dieses Gastroskop vereint in sich eine Glasfaseroptik und einen Arbeitskanal, durch den kleinste Zangen zur Gewebsentnahme geführt werden und durch den gespült sowie abgesaugt werden kann. Die modernen Geräte zur Magenspiegelung sind äußerst flexibel und messen inzwischen weniger als einen Zentimeter im Durchmesser. Die Ausstattung des Geräts kann durch eine Videokamera vervollständigt werden, deren Aufnahmen während der Untersuchung und danach auf einem Monitor sichtbar sind. Eine Magenspiegelung dauert meist nur wenige Minuten und ist nicht schmerzhaft. Auch eine Gewebsentnahme (Biopsie) tut nicht weh, der Patient merkt davon nichts.
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Ablauf einer Gastroskopie

Bei einer Gastroskopie muss der Patient nüchtern sein, d.h. er darf sechs bis acht Stunden vor der Untersuchung nichts gegessen haben. Gegen einen Schluck Wasser bis zu zwei Stunden vor der Spiegelung ist dagegen nichts einzuwenden, etwa zur Einnahme dringend benötigter Medikamente. Das Medikament Acetylsalicylsäure sollte allerdings spätestens eine Woche vor einer geplanten Magenspiegelung abgesetzt werden. Um den Würgereiz, der beim Einführen des Instruments ausgelöst wird, zu unterdrücken, wird der Rachen vorher mit einem Spray betäubt. Ist der Patient sehr ängstlich und angespannt, gibt der Arzt ihm ein Beruhigungsmittel, manchmal wird sogar eine kurze Narkose durchgeführt. Dadurch nimmt der Betroffene die Untersuchung kaum wahr und kann sich hinterher auch nicht mehr daran erinnern. Das ist besonders für ängstliche Menschen hilfreich, denn die fehlende Erinnerung verhindert, dass die Untersuchung unter „extrem unangenehm“ im Gedächtnis abgelegt wird und damit für immer mit Angst verknüpft wäre.

Während der Untersuchung liegt der Patient entspannt auf der linken Seite. Das Gastroskop wird durch den Mund eingeführt und mit einem kräftigen Schlucken wird der Weg des Schlauchs durch die Speiseröhre in den Magen gebahnt. Damit der Patient nicht versehentlich das Gerät zerbeißt, wird ein Kunststoffring zwischen die Zähne geschoben. Das Einblasen von Luft in den Magen verhindert, dass die Magenwände aneinander liegen und garantiert eine optimale Rundumsicht. Die eingeblasene Luft entleert sich entweder auf natürlichem Wege oder wird zum Schluss der Spiegelung vom untersuchenden Arzt abgesaugt. Eine Magenspiegelung ist nicht schmerzhaft, manche Patienten verspüren lediglich einen leichten Druck durch die eingebrachte Luft. Die Untersuchung dauert in der Regel 10 bis 15 Minuten, oft ist sie noch kürzer. Hat der Patient ein Beruhigungsmittel bekommen, so bleibt er anschließend für ein bis zwei Stunden unter ärztlicher Beobachtung. Wurde der Rachen betäubt, so darf erst nach zwei Stunden wieder gegessen und getrunken werden, weil vorher sonst die Gefahr des Verschluckens besteht. Außerdem darf der Betroffene für 12 bis 24 Stunden kein Auto steuern und nicht an Maschinen arbeiten. Für den Nachhauseweg aus der Praxis sollte sicherheitshalber eine Begleitung oder ein Taxi organisiert werden.
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Die Magenschleimhaut im Fokus

Mit einer Magenspiegelung beurteilt der Arzt die Magenschleimhaut. Durch das Gastroskop sieht er, ob die Schleimhaut regelmäßig aufgebaut und gut durchblutet ist oder ob sie Schäden aufweist, zu dünn ist (Atrophie) bzw. ob Blutungen oder Auflagerungen zu erkennen sind. Mit einer kleinen Zange kann der Untersucher ein winziges Stück aus der Schleimhaut abzwicken und durch den Arbeitskanal des Gastroskops nach außen ziehen. Der Patient merkt davon nichts, weil die Magenschleimhaut (Mukosa) keine Nervenfasern enthält. Dann wird das Schleimhautstückchen unter dem Mikroskop untersucht. Diese Untersuchung dient dazu, die verschiedenen Formen der Gastritis voneinander zu unterscheiden bzw. zu erkennen, ob die Zellen der Magenwand normal oder krankhaft verändert sind. Außerdem kann die Gewebeprobe mit einem speziellen Test auf eine Helicobacter-pylori-Besiedelung untersucht werden. Dazu wird das Gewebsstückchen in ein harnstoffhaltiges Gel gelegt. Sind Helicobacter-pylori-Keime enthalten, spaltet ein in den Bakterien wirksames Enzym, die Urease, den Harnstoff. Bei dieser Reaktion wird Kohlendioxid freigesetzt, was das Gel verfärbt. Die gleiche chemische Reaktion, nämlich die Helicobacter-pylori-charakteristische Ureasepaltung, macht sich auch ein anderer Test zunutze: Bei Patienten, bei denen keine Magenspiegelung notwendig ist, kann der Keim nach dem gleichen Prinzip in der Ausatemluft nachgewiesen werden.
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Verschiedene Formen der chronischen Gastritis

Bei Patienten mit Magenbeschwerden, besonders bei älteren Menschen, ist eine Magenspiegelung wichtig, um die verschiedenen möglichen Magenkrankheiten – Entzündung, Magengeschwür, Magenkrebs – gegeneinander abzugrenzen. Im Falle einer chronischen Magenschleimhautentzündung lassen sich anhand des Gastroskopiebefundes und im Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung im Wesentlichen drei Gruppen unterscheiden:
  • Typ-A-Gastritis: Autoimmungastritis, vorwiegend im oberen und mittleren Magenabschnitt
  • Typ-B-Gastritis: Helicobacter-pylori-Gastritis, vorwiegend im unteren Magenabschnitt, häufigste Form der chronischen Gastritis
  • Typ-C-Gastritis: chemische Gastritis, ausgelöst durch Rückfluss von Gallesaft nach Magenoperationen oder bei Zwerchfellbruch, ebenso durch Medikamente (NSAR, Antibiotika).


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Typ-A- Gastritis mit Vitamin-B12-Mangel

Die Typ-A-Gastritis macht nur fünf Prozent aller chronischen Magenschleimhautentzündungen aus. Charakteristisch für diese Entzündungsform ist, dass fast alle betroffenen Patienten unter einer bestimmten Form der Blutarmut, einer perniziösen Anämie, leiden. Diese Blutarmut entsteht auf dem Boden eines Vitamin-B12-Mangels. Vitamin B12 (Cobalamin) spielt eine wichtige Rolle bei der Blutbildung. Es wird mit der Nahrung aufgenommen und normalerweise durch in den Belegzellen (Parietalzellen) der Magenschleimhaut gebildetes Eiweiß, den Intrinsic factor, vor der Zerstörung im Darm geschützt. Eine chronisch-entzündliche Schädigung der Belegzellen, die den Intrinsic factor produzieren, führt dann dazu, dass es zu wenig Vitamin B12 im Körper gibt und damit die Blutbildung – besonders die Bildung der sauerstofftransportierenden roten Blutkörperchen – gestört ist. Bei der Typ-A-Gastritis werden die Belegzellen in der Magenschleimhaut irrtümlicherweise vom körpereigenen Immunsystem angegriffen, das deren Zelloberfläche als fremd erkennt und dagegen Antikörper bildet, die eine entzündliche Reaktion auslösen. Solche Autoantikörper finden sich bei über der Hälfte aller Patienten mit einer chronischen Gastritis vom Typ A. Antikörper werden auch direkt gegen den Intrinsic factor gebildet und führen zu dessen Zerstörung und damit zu Vitamin-B12-Mangel. Allerdings haben nicht alle Menschen, die unter einer perniziösen Anämie leiden, gleichzeitig eine chronische Gastritis.

Ein Mangel an Vitamin B12 kann auch durch streng vegane Ernährung entstehen, bei der keine tierischen Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Milchprodukte) und damit kein Vitamin B12 aufgenommen werden. Der Körper kann Cobalamin nämlich nicht selbst bilden. Patienten mit einer chronischen Gastritis vom Typ A klagen typischerweise über Müdigkeit, Leistungsabfall, Herzrasen sowie die Neigung zu Ohnmachtsanfällen. Auffallend ist ihre blass-gelbliche Hautfarbe. Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen können ebenso auftreten wie eine Zungenentzündung, bei der die Zungenoberfläche rot und glatt erscheint (atrophische oder Hunter-Glossitis). Charakteristisch für einen ausgeprägten Vitamin-B12-Mangel sind Beschwerden wie das Einschlafen von Händen oder Füßen, Missempfindungen wie Kribbeln, ein pelziges oder Taubheitsgefühl in den Extremitäten sowie ein unsicherer Gang und Schwierigkeiten in der Koordination von Bewegungen. Selten kommt es zu Lähmungen von Muskeln, manchmal treten Sehstörungen auf. Eine perniziöse Anämie wird auch in Verbindung gebracht mit der Entwicklung von Alzheimer Demenz und psychischen Störungen.

Um die Anämie zweifelsfrei zu diagnostizieren, bestimmt der Arzt im Blut sowohl Vitamin B12 als auch dessen Stoffwechselprodukte Methylmalonat und Homocystein. Außerdem fällt im Blutbild auf, dass die Gesamtzahl der roten Blutkörperchen verringert ist, die vorhandenen Erythrozyten aber dafür sehr groß sind und übermäßig viel roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthalten. Auch eine Bestimmung von Autoantikörpern gegen Belegzellen kann positiv ausfallen. Eine Aufnahmestörung von Vitamin B12 im Darm kann der Arzt mit dem Schilling-Test nachweisen. Dazu wird dem Patienten radioaktiv markiertes Vitamin B12 gegeben und gemessen, welcher Anteil davon im 24h-Sammel-Urin ausgeschieden wird.
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Typ-B-Gastritis – häufig durch Helicobacter pylori

Die Typ-B-Gastritis ist mit 85 Prozent die häufigste Form der chronischen Magenschleimhautentzündungen. Ursache ist meist eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Die Entzündung beginnt in der Regel im unteren Magenabschnitt, greift dann aber während des oft jahrzehntelangen Verlaufs auch auf den Magenkörper bis zum oberen Magenabschnitt über. Die Typ-B-Gastritis nimmt mit steigendem Alter zu. Fast alle über 70-jährigen Menschen sind davon betroffen, aber längst nicht bei allen löst die Entzündung Beschwerden aus. Eine Besiedelung des Magens mit Helicobacter pylori wird normalerweise in der Kindheit erworben, eine Ansteckung im Erwachsenenalter kommt kaum vor. Der Keim wird von Mensch zu Mensch übertragen. Bei jüngeren Menschen und Kindern in den industrialisierten Ländern ist der Keim nur selten nachweisbar. Das liegt vor allem an den verbesserten hygienischen Bedingungen sowie an der in den letzten Jahrzehnten rasant gestiegenen Einnahme von Antibiotika, die Helicobacter pylori zunehmend verdrängt haben.

Zu Beginn einer Helicobacter-Infektion besiedelt das Bakterium überwiegend den unteren Magenabschnitt, das Antrum, weil die Schleimhaut dort anfälliger ist. In diesem unteren Bereich findet sich auch die höchste Keimzahl. Werden im Verlauf andere Magenabschnitte besiedelt, fallen die Keimdichte und der Entzündungsgrad dort geringer aus. Helicobacter pylori wird durch die Salzsäure des Magensaftes nicht angegriffen, weil das Bakterium ein Enzym namens Urease besitzt, mit dem es durch Ammoniakbildung ein basisches Milieu aufbauen kann. Die schädigende Wirkung des Erregers auf die Magenschleimhaut beruht auf einer möglichen Hemmung des schützenden Magenschleims und der Herstellung toxischer (schädlicher) Produkte.

Hat sich die Entzündung über die gesamte Magenschleimhaut ausgebreitet und zu deren Ausdünnung und Funktionsstörung geführt, erhöht sich das Risiko für Magenkrebs. Bei älteren Personen, die mit Helicobacterkeimen infiziert sind, soll das Risiko für ein Magenkarzinom bis zu neunfach erhöht sein. Genaue Zahlen dazu liegen allerdings wegen der Ungenauigkeit des Bluttests nicht vor.

Eine Helicobacter-pylori-Infektion erhöht aber nicht nur das Risiko für Magenkrebs, sondern wird auch mit der Entstehung von Tumoren des Lymphgewebes im Magen (MALT-Lymphom) in Verbindung gebracht. Diese Tumoren sind normalerweise wenig bösartig und entstehen durch die exzessive Stimulation von lymphatischen Zellen durch ständige Anwesenheit des Erregers. Wird die Helicobacterinfektion erfolgreich behandelt, bildet sich meist auch der Tumor zurück, was allerdings bis zu einem Jahr dauern kann. In seltenen Fällen entwickelt sich ein bösartiges Lymphom.
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Diagnostik einer Typ-B-Gastritis

Ein Verdacht auf eine durch Helicobacter pylori verursachte Magenschleimhautentzündung kann durch verschiedene Untersuchungen abgeklärt werden.Bei einer Magenspiegelung sieht der Arzt oft schon eine entzündlich veränderte Magenschleimhaut, die stellenweise so dünn geworden ist, dass die unter der Oberfläche verlaufenden Blutgefäße durchschimmern. In der entnommenen Gewebeprobe kann das Bakterium Helicobacter pylori mit dem Urease-Schnelltest nachgewiesen werden. Dazu wird die Schleimhautprobe in eine Testflüssigkeit gegeben, die einen Farbindikator und Harnstoff enthält. Durch sein Enzym Urease ist der Keim in der Lage, Harnstoff zu spalten. Wenn das Bakterium in der Probe vorhanden ist, färbt sich die Testflüssigkeit durch die Spaltung des Harnstoffs rot. Das Ergebnis liegt bereits nach 12 bis 24 Stunden vor.

Eine weitere Möglichkeit, Helicobacter indirekt nachzuweisen, besteht durch den 13C- oder 14C-Harnstoff-Atemtest. Dieser Test kommt meist nach einer Behandlung zum Einsatz, um zu sehen, ob die Therapie erfolgreich war und der Erreger verschwunden ist. Dazu nimmt der Patient eine Testmahlzeit zu sich, die radioaktiv markierten Harnstoff enthält. Der Erreger bildet mithilfe seines Enzyms Urease daraus 13CO2, welches in der Atemluft des Patienten nachweisbar ist und die Anwesenheit des Keims beweist. Die Menge des 13CO2 in der Atemluft kann quantitativ (mengenmäßig) bestimmt werden. Die Strahlenbelastung durch den radioaktiv markierten Harnstoff ist äußerst gering und nicht gesundheitsschädigend. In der Praxis kommt der Bestimmung von Antikörpern gegen Helicobacter pylori im Blut nur eine geringe Bedeutung zu. Diese Antikörper werden vom Körper bei einer Infektion mit dem Erreger gebildet, können aber oft noch monate- und jahrelang nach einer erfolgreichen Behandlung nachgewiesen werden. Deshalb ist die Untersuchung nur bedingt aussagefähig. Nach erfolgreicher Therapie sollte es jedoch innerhalb von drei bis sechs Monaten zu einem Konzentrationsabfall von etwa 20 Prozent kommen.
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Typ-C-Gastritis – die chemische Variante

Etwa zehn Prozent aller Magenschleimhautentzündungen werden durch chemisch-toxische Einflüsse verursacht. Dazu zählt neben dem Rückfluss von Galleflüssigkeit nach Magenoperationen auch die Einnahme kortisonfreier Entzündungshemmer (NSAR) über einen langen Zeitraum. Auch langjähriger exzessiver Alkohol- und Nikotinkonsum können eine Magenschleimhautentzündung vom Typ C verursachen.
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Seltene Gastritisformen

Wurde bei der Gastroskopie eine Gewebeprobe entnommen, kann der Arzt unter dem Mikroskop sehen, welcher Gastritisform der Befund zuzuordnen ist. Neben den Magenschleimhautentzündungen vom Typ A, B und C gibt es noch weitere Gastritisformen, etwa die lymphozytäre, die eosinophile oder die granulomatöse Gastritis. Diese Entzündungen treten weitaus seltener als die anderen Gastritiden auf. Im Falle der granulomatösen Gastritis können Erkrankungen wie Morbus Crohn oder eine Sarkoidose ursächlich beteiligt sein. Entscheidend für die Diagnose ist immer das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung.
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Grafik: Viren im Blut
© Shutterstock
Noro- und Rotaviren verursachen eine Magen-Darm-Grippe. Als Folge kann oft eine Gastroenteritis, also eine akute Magenschleimhautentzündung auftreten.
Korkenzieher mit Korken
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Alkohol in großen Mengen greift die Magenschleimhaut an und ist eine mögliche Ursache für eine akute Gastritis. Auch bestimmte Medikamente, besonders kortisonfreie Entzündungshemmer, können eine akute Gastritis auslösen.
Frau mit Bauchschmerzen
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Magenschmerzen: Typischerweise haben die Betroffenen bei einer Gastritis Schmerzen in der Magengegend. Häufig ist ihnen auch übel und sie erbrechen Blut.