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descriptionFrau mit Wärmflasche
Die Magenschleimhaut kann sich akut oder chronisch entzünden. An der chronischen Form ist oft der Magenkeim Helicobacter pylori schuld.
descriptionFrau mit Bauchschmerzen
Übelkeit und Schmerzen sind die typischen Anzeichen einer Gastritis. Die genauen Ursachen der Entzündung deckt der Arzt mit einer Magenspiegelung auf.
descriptionSalz- und Pfefferstreuer
Diät, Verödung oder Medikamente – ja nach Form der Gastritis greifen andere Therapien. Diszipliniert durchgeführt, sind sie meistens sehr erfolgreich.
descriptionSpritze
Experten suchen nach einem Impfstoff gegen Helicobacter pylori, um den Magenkrebs zu besiegen. Das Problem: andere Krankheiten könnten zunehmen.
descriptionHühnerbrühe
Gönnen Sie Ihrem Magen bei einer Entzündung eine Pause – mit Diät, etwas Schonkost und weniger Stress. Denn Gastritis kann auch Nervensache sein.
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Keine Chance für Keime

Die Therapiemaßnahmen reichen von sanft bis massiv, also von Schonkost bis zu hochwirksamen Medikamenten oder operativen Maßnahmen. Dabei kommt es darauf an, welche Ursachen für die Gastritis verantwortlich sind. Abheilen ist wichtig, damit keine Folgekrankheiten wie etwa Krebs entstehen.

Im Überblick



Bei akuter Gastritis hilft Schonkost

Bei einer akuten Gastritis ist oft keine spezielle Behandlung erforderlich. Selbstverständlich soll für die Zeit der Ausheilung auf Alkohol und Nikotin verzichtet werden. Bei akuten Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen lindern oft schon wenige Stunden Nahrungskarenz die schlimmsten Symptome. Nach einer Nahrungspause muss der Magen bis zur vollständigen Abheilung der Entzündung noch geschont werden. Dazu empfiehlt es sich, für ein paar Tage Schonkost zu essen.

Schonkost bzw. leichte Vollkost dient der Entlastung des Magens, der nach einer Magen-Darm-Infektion gereizt ist und die normale Alltagskost nicht verträgt. Bei leichter Vollkost bzw. Schonkost darf grundsätzlich alles gegessen werden, was vertragen wird. Eine leichte Vollkost bzw. Schonkost sollte außerdem vollwertig sein, d.h. mit der Nahrung sollen alle benötigten Mineralstoffe und Vitamine zugeführt werden. Um den Magen zu schonen, gilt es ein paar Regeln zu beachten:
  • Die Speisen nur mäßig würzen (Salz und Pfeffer sparsam verwenden!). Empfehlenswert sind frische Kräuter.
  • Scharfe Kräuter und Gewürze wie Chili, Paprika, Senf oder Meerrettich dagegen vermeiden.
  • Zum Garen von Gemüse eignen sich Dämpfen, Dünsten oder Pochieren. Ungeeignet sind Braten, Backen oder Rösten.
  • Verzichten Sie auf kohlensäurehaltige Getränke und Kaffee sowie auf fett- und zuckerreiche Nahrungsmittel.
  • Keine stark blähenden Speisen wie Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln, Rettich, Paprika, Pflaumen, Gurken usw. essen.
  • Nehmen Sie fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt ein.
  • Lassen Sie sich Zeit beim Essen und kauen Sie gut.
  • Achten Sie auf eine mittlere Temperatur der Speisen (weder zu heiß noch zu kalt).
Manchmal wird eine akute Magenschleimhautentzündung auch mit Medikamenten behandelt. Dann werden überwiegend Medikamente eingesetzt, die die Magensäureproduktion hemmen. Dies sind in erster Linie Antazida, H2-Rezeptorenblocker und Protonenpumpenhemmer.
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Blutungsquellen veröden oder verkleben

Kommt es während einer Gastritis zu Blutungen, sind diese medikamentös meist nicht zu beherrschen. Bei einer Magenspiegelung kann der Arzt die Blutungsquelle sehen und je nach Stärke zum Stillstand bringen. Dafür stehen ihm verschiedene Techniken zur Verfügung:
  • Die Blutungsquelle wird mithilfe eines Lasers verödet, also dauerhaft verschlossen.
  • Das blutende Gefäß wird mit einem gefäßverengenden Mittel unterspritzt. Gefäßverengung und Gerinnung bewirken, dass die Blutung zum Stillstand kommt.
  • Das blutende Gefäß wird mit einem Fibrinkleber „verklebt“.
Wenn in ganz seltenen Fällen die Blutung damit nicht zum Stillstand kommt, greift der Chirurg ein und entfernt den Magenteil, in dem die zerstörte Schleimhaut dauerhaft blutet.
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Vitamin B12 bei chronischer Gastritis vom Typ A

Eine ursächliche Behandlung der Typ-A-Gastritis gibt es nicht. Patienten mit einer Typ-A-Gastritis und einer perniziösen Anämie auf dem Boden eines Vitamin B12-Mangels wird regelmäßig (alle drei Monate) Vitamin B12 als Spritze gegeben. Empfohlen werden jährliche gastroskopische Kontrollen wegen des erhöhten Krebsrisikos.
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Medikamentencocktail bei chronischer Gastritis vom Typ B

Für eine chronische Gastritis vom Typ B sind Helicobacter-pylori-Keime verantwortlich. Der alleinige Nachweis einer Helicobacter-p.-Infektion erfordert aber nicht notwendigerweise eine Behandlung. Eine Therapie zur Abtötung der Bakterien, eine sogenannte Eradikation des Keimes, erhalten Patienten mit Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür, mit einer Gastritis, die Beschwerden verursacht, mit einem MALT-Lymphom sowie Verwandte ersten Grades von Patienten, die an Magenkrebs erkrankt sind. Die Behandlung erfolgt meist nach dem Triple-Schema mit einem Protonenpumpenhemmer und zwei Antibiotika. Dabei werden über einen Zeitraum von sieben Tagen gleichzeitig
  • Omeprazol als Protonenpumpenhemmer
  • Clarithromicin als Antibiotikum und als weiteres Antibiotikum
  • Metronidazol
in genau festgelegten Dosierungen eingenommen. Alternativ zu Metronidazol kann auch Amoxicillin eingesetzt werden. In 90 Prozent der Fälle wird der Keim mit einer solchen Kombinationsbehandlung abgetötet. Da aber zunehmend mit einer Resistenz des Keims gegen eingesetzte Antibiotika gerechnet werden muss, wird eine Testung vor der Behandlung empfohlen. Neben diesem Therapieschema existieren auch noch Alternativen, z. B. mit Wismut, H2-Rezeptoren-Blockern oder anderen Antibiotika, wie Levofloxacin.
Zur Überprüfung des Behandlungserfolgs dient vier bis sechs Wochen nach der Therapie ein 13C-Atemtest, bei Fortdauer der Beschwerden sollte nochmals eine Gastroskopie vorgenommen werden. Manche Patienten neigen auch nach einer erfolgreichen Therapie zu Rezidiven (Rückfällen) und sollten in größeren Zeitabständen immer wieder untersucht werden.
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Alkohol- und Medikamentenstopp bei chronischer Gastritis vom Typ C

Bei dieser Gastritisform besteht die Behandlung vor allem darin, die schädigende Substanz zu meiden. Das können Medikamente wie Acetylsalicylsäure aber auch Alkohol sein. Wenn die Gastritis durch einen Rückfluss von Galle- und Duodenalflüssigkeit ausgelöst wird, kommt eine Behandlung mit gallensäurebindenden Antazida infrage. Auch mit Prokinetika (wie z. B. Metoclopramid), die die Magenmotilität fördern, lässt sich eine Besserung der Beschwerden erreichen. Wichtig ist außerdem eine schonende Ernährung. Auf Nikotin, Kaffee, Alkohol und fettreiche Nahrungsmittel sollten Patienten mit einer Gastritis möglichst verzichten. Neben den oben genannten Grundregeln einer magenschonenden Ernährung muss jeder Betroffene natürlich selbst herausfinden, was seinem Magen guttut und worauf er besser verzichten sollte.
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Schüssel Haferbrei
© iStockphoto
Haferschleim eignet sich als Teil der Schonkost bei akuter Gastritis. Sie soll den Magen entlasten und alle wichtigen Mineralstoffe und Vitamine enthalten.
Spritze mit Ampullen
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Spritzen mit Vitamin B12 helfen bei perniziöser Anämie bei Typ-A-Gastritis. Sie sollten alle drei Monate gegeben werden, um einem Mangel vorzubeugen.
Eisbein mit Gemüse
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Auf fettreiche Nahrung sollte man bei chronischer Gastritis vom Typ C verzichten. Auch Nikotin und Alkohol sind schädigende Substanzen, die es bei einer Gastritis erst recht zu meiden gilt.