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descriptionHände umfassen Knie.
Wenn Muskeln und Gelenke schmerzen, kann dies viele verschiedene Ursachen haben. Um eine passende Therapie zu finden, ist eine genaue Diagnostik wichtig.
descriptionPillenblister
Von Muskelrelaxantien bis zu Naturheilmitteln – bei Muskel- und Gelenkschmerzen werden je nach Ursache verschiedene Medikamente eingesetzt.
descriptionRückenmassage
Auch nichtmedikamentöse Behandlungsmethoden können bei Muskel- und Gelenkschmerzen helfen: etwa Wärmebehandlungen oder Massagen.
descriptionTurnschuhe
Sport kräftigt die Muskulatur und verhilft zu einem gesunden Bewegungsapparat. Das beugt Muskel- und Gelenkschmerzen vor.
descriptionfrisches Gemüse
Eine gesunde Ernährung kann Übergewicht abbauen und somit Gelenke entlasten. Sie hat jedoch auch einen direkten Einfluss auf Muskeln, Knochen und Gelenke.
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Den Schmerz loswerden

Ob Schmerzen in Muskeln und Gelenken von rheumatischen Erkrankungen oder verspannten Muskeln herrühren – Ziel der Behandlung ist immer, die Schmerzen zu lindern. Dazu werden häufig Medikamente eingesetzt.

Im Überblick



Wichtig bei einer medikamentösen Behandlung von Muskel- und Gelenkschmerzen: Zunächst sollte ein Arzt eine Diagnose stellen. Sonst besteht die Gefahr, dass falsche Medikamente eingesetzt werden. In vielen Fällen helfen beispielsweise wärme- und durchblutungsfördernde Einreibungen gegen die Schmerzen. Bei akuten Entzündungen in den Gelenken können sie die Beschwerden jedoch verschlimmern. Steht die Diagnose fest, kann oft selbst behandelt werden.
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Medikamente

Je nachdem, welche rheumatische Erkrankung genau vorliegt, kommen verschiedene Medikamente in der Therapie von Muskel- und Gelenkschmerzen (Rheuma) zum Einsatz.

Basismedikamente – auch DMARDs (Disease Modifying Antirheumatic Drug) oder Langzeit-Rheumamedikamente genannt – bilden die Grundlage der Therapie von immunologisch bedingten Entzündungserkrankungen. Dazu gehören zum Beispiel die rheumatoide Arthritis, Vaskulitiden und Lupus erythematodes. Ihre Aufgabe ist es, den Krankheitsverlauf einzuschränken oder gar aufzuhalten. Wichtig ist, dass die Patienten schon frühzeitig mit der Einnahme der Basismedikamente beginnen, da sie nicht sofort wirken – sondern manchmal nach zwei bis sechs Wochen, manchmal aber auch erst nach Monaten. Nicht alle Basismedikamente wurden explizit für entzündliche rheumatische Erkrankungen entwickelt. So kommen etwa auch Medikamente zum Einsatz, die eigentlich als Anti-Malaria-Mittel dienen oder aus der Transplantations- beziehungsweise Krebsmedizin stammen. Das am häufigsten angewendete Basismedikament ist Methotrexat.

TNF-alpha-Blocker

TNF-alpha-Blocker gehören zu den sogenannten Biologika. Sie können zum Beispiel bei rheumatoider Arthritis oder Morbus Bechterew eingesetzt werden. Sie hemmen den körpereigenen Botenstoff TNF-alpha, der eine entscheidende Rolle im Entzündungsprozess und somit bei der Gelenkzerstörung bei rheumatoider Arthritis spielt. Zu den TNF-alpha-Blockern gehören zum Beispiel Adalimumab, Infliximab, Certolizumab, Golimumab, Rituximab und Etanercept.

Interleukin-1-beta-Hemmer

Auch Interleukin-1-beta-Hemmer sind Biologika. Sie werden bei rheumatoider Arthritis eingesetzt. Die Medikamente hemmen das sogenannte Interleukin-1, einen Botenstoff des Immunsystems, der an der Entstehung der Gelenkentzündung beteiligt ist. Dadurch lindern sie Schmerzen und Schwellungen und verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet. In Deutschland ist der Wirkstoff Anakinra zugelassen. Es soll in Kombination mit dem Basismedikament Methotrexat angewendet werden.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

Diese kortisonfreien Medikamente wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Sie werden eingesetzt, um die Beschwerden bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen möglichst schnell zu lindern. NSRA wirken meist schon nach 30 bis 60 Minuten, jedoch hält ihre Wirkung nur wenige Stunden an. Zur Wirkstoffklasse der NSRA gehören zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Diclofenac.

Opioide

Opioide sind Schmerzmedikamente, die vor allem bei nicht-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Sie aktivieren das körpereigene schmerzhemmende System. Zu den Opioiden gehören zum Beispiel Tramadol, Morphin und Fentanyl.

Mycophenolat-Mofetil (MMF)

Mycophenolat-Mofetil (MMF) ist ein Immunsuppressivum – also ein Medikament, das das Immunsystem hemmt. Es wird bei Lupus erythematodes eingesetzt, ist jedoch für diese Krankheit eigentlich nicht zugelassen. Da das Medikament aber in Studien gute Wirkung zeigt, werden Patienten damit häufig „off label“, also außerhalb der Zulassung behandelt.
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Schmerzmittel

Schmerz- und entzündungshemmende Einreibungen werden bei Entzündungen der Muskeln, Sehnen, Schleimbeutel, Bänder und Gelenkkapseln eingesetzt. Sie sollen aber auch bei Rückenschmerzen, Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen helfen. Wirkstoffe sind meist nichtsteroidale Antirheumatika wie Diclofenac, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Naproxen. Sie werden als Salben, Gele, Cremes oder Sprays direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen. Dort sollen sie gezielt die Schmerzen lindern sowie abschwellend und entzündungshemmend wirken. Die Muskulatur kann sich entspannen.  

Die Wirksamkeit bei lokal auf die Haut (topisch) aufgetragenen Salben und Cremes ist allerdings nicht sicher nachgewiesen und wird meistens mit dem Placeboeffekt gleichgesetzt. Grund dafür ist, dass die Haut nur in bestimmten Fällen Stoffe hindurchlässt. Dazu zählen Medikamente, die über ein TTS (transdermales therapeutisches System), also ein spezielles Pflaster aufgetragen werden. Die Wirkstoffmoleküle in normalen Salben und Cremes sind jedoch so groß, dass sie in der Regel die Haut nicht durchdringen können.

Bei starken Beschwerden können Sie zusätzlich zur lokalen Behandlung Schmerzmittel in Tabletten-, Dragee- oder Kapselform einnehmen. Beachten Sie jedoch, dass Schmerzmittel nicht über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden sollten. Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie noch andere Medikamente einnehmen müssen.
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Wärmende und durchblutungsfördernde Einreibungen

Wärmende und durchblutungsfördernde Einreibungen lindern Schmerzen und lösen Verspannungen. Die enthaltenen Wirkstoffe wie Nicoboxil und Nonivamid erweitern die Blutgefäße und fördern die Durchblutung. Nonivamid unterbricht gleichzeitig die Schmerzweiterleitung der Nervenfasern. Die Wirkstoffe sind in Salben und Cremes, aber auch in Schmerzpflastern enthalten. Eine natürliche Alternative ist Cayennepfeffer. Auch er erweitert die Blutgefäße und wirkt schmerzlindernd.

Zu beachten ist: Wärmende und durchblutungsfördernde Substanzen sollten nicht bei akuten entzündlichen rheumatischen Beschwerden – zum Beispiel bei akuter rheumatoider Arthritis – oder infektiösen Erkrankungen angewendet werden. Sie dürfen außerdem nicht auf Schleimhäute, offene Wunden oder in die Augen gelangen.
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Muskellockernde Medikamente

Muskelrelaxantien entspannen die Muskulatur. Sie lindern die Schmerzen, die durch Verspannungen entstehen. Die Medikamente machen jedoch müde und beeinträchtigen die Reaktion. Außerdem können sie schon nach einigen Wochen zu einer Abhängigkeit führen. Muskellockernde Arzneimittel sollten deshalb nur kurzfristig und in Notfällen verschrieben werden.
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Naturheilmittel

Auch pflanzliche Substanzen eignen sich zur Behandlung von Muskel- und Gelenkschmerzen. Brennnesselextrakte wirken schmerzlindernd. Ihre Wirkung tritt langsam ein. Sie sind deshalb nicht zur Akutbehandlung geeignet, können jedoch gut in Kombination mit einem synthetisch hergestellten Schmerzmittel angewendet werden.

Beinwell wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd. Sie können auch Zubereitungen mit Campher, Menthol, Fichtennadel- und Latschenkieferöl gegen Muskelschmerzen anwenden. Sie sind Inhaltsstoffe des Franzbranntweins, einem klassischen Hausmittel gegen Muskel- und Gelenkschmerzen. Extrakte der Teufelskralle werden als Kapseln oder Tabletten eingenommen und können Entzündungen hemmen.
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Unterschiedliche Darreichungsformen

Neben Tabletten sowie Salben und Cremes kann es auch sinnvoll sein, mit Spritzen gegen Muskel- und Gelenkschmerzen vorzugehen. Der Arzt spritzt dann meist ein entzündungshemmendes und abschwellendes Medikament mit schmerzstillenden Zusätzen. Injektionen wirken sehr schnell, sie werden deshalb vor allem zu Beginn einer Behandlung eingesetzt, um die Schmerzen zu stillen.

Bei einer Quaddeltherapie spritzt der Arzt ein Medikament unter die Haut und erzeugt damit Hautquaddeln. Die behandelten Bereiche werden rot und warm, die Muskulatur entspannt sich. Meistens werden Lokalanästhetika bei der Quaddeltherapie verwendet und die Hautnerven damit lokal betäubt. Der Arzt kann jedoch auch pflanzliche Substanzen injizieren.
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Salbe, die als Einreibung verwendet wird.
© iStockphoto
Einreibungen gegen den Schmerz: Bei Muskel- und Gelenkschmerzen werden häufig Salben oder Cremes eingesetzt, um die Schmerzen zu lindern. Sie werden direkt auf die schmerzende Stelle aufgetragen und wirken so am Ort des Geschehens.
Brennnessel
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Pflanzliche Hilfe: Einige Naturheilmittel eignen sich zur Behandlung von Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Extrakte der Brennnessel beispielsweise wirken schmerzlindernd. Auch das klassische Hausmittel Franzbranntwein wird häufig eingesetzt.
Spritze
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Schnelle Wirkung: Bei starken Schmerzen kann es gerade am Anfang der Behandlung sinnvoll sein, Muskel- und Gelenkschmerzen mit einer Injektion zu behandeln. Wird ein entzündungshemmendes, schmerzstillendes Medikament direkt in den Muskel oder das Gelenk gespritzt, lassen die Schmerzen meist schnell nach.